das stilvolle Interieur des Home Office
  1. Let technology do the work for you
    Wer hochwertige Technik nicht für seine virtuelle Präsenz nutzt, verzichtet auf den wichtigsten und einfachsten Helfer der neuen Arbeitswelt. Kein Profi aus der Unterhaltungsindustrie käme je auf die Idee, sich einzig und allein auf seine charismatische Ausstrahlung zu verlassen, wenn Licht, Ton und Bild minderwertig sind. Eine hochauflösende Kamera mittig über dem Screen angebracht, kabellose Kopfhörer und Mikrofone, die Umgebungsgeräusche unterdrücken, sind ebenso Pflicht wie ein fest installiertes Licht, um das Gesicht gleichmäßig von vorne auszuleuchten und so eine offene Präsenz zu entfalten.
  1. Look for good looks
    Im virtuellen Kontext bekommt unser Gegenüber im wortwörtlichen Sinne nur einen kleinen Ausschnitt unserer Persönlichkeit zu sehen und dieser sollte bewusst gewählt sein. Das gilt für den Hintergrund, die Kleidung, das Make-up und alle weiteren visuellen Elemente. Dabei ist es ein Irrtum zu glauben, dass Nachlässigkeit im virtuellen Kontext verzeihbar sei. Unsere Sehgewohnheiten sind bezogen auf Bildschirme sogar viel strenger. Und unser Unterbewusstsein fällt sofort ein Urteil. Deshalb gilt: Alle Elemente im sichtbaren Rahmen müssen bewusst gewählt und positioniert sein. Am wichtigsten ist dabei der eigene Kopf. Er sollte in der oberen Hälfte des Bildschirms zu sehen sein, und es sollten keinerlei Objekte im Hintergrund zu sehen sein, die wie ein Hut über dem Kopf schweben. In der unteren Hälfte des Bildschirmes wirkt der Kopf automatisch wie der eines Kleinkindes an einem zu großen Tisch. Diese Botschaft will wohl niemand im Business-Kontext senden. Und was für die bewusste Anordnung von Elementen gilt, gilt auch für die Auswahl sämtlicher sichtbarer Utensilien, wie z.B. Kopfhörer. Will ich aussehen wie ein Callcenter-Agent oder als würde ich gerade Musik hören? Stattdessen empfehlen sich kleine, schwarze Bluetooth-Knöpfe im Ohr.
  1. People aren’t in the meeting, until they have spoken
    Das Einwählen in virtuelle Meetings hat auf unseren Körper nicht denselben Effekt wie das physische Betreten eines Raumes. Das kann dazu führen, dass wir einem Meeting eher passiv beiwohnen, in der Annahme, wir seien ja aufmerksame Zuhörer. Für virtuelle Meetings gilt jedoch, wer nicht gesprochen hat, war in der Wahrnehmung der anderen auch nicht dabei. Daraus folgt nicht, durch inhaltsleere Kommentare auf sich aufmerksam zu machen, aber zumindest ein freundliches Hallo zu Beginn ist essentiell, um als anwesend zu gelten. Im Umkehrschluss gilt für LeiterInnen eines Meetings: Wer möchte, dass der virtuelle Termin als produktiv und vital wahrgenommen wird, baut immer wieder Abfragen ein, auf die alle Teilnehmer mit kurzen Wortmeldungen oder Handzeichen reagieren müssen.
  1. Politeness shows your true potential
    Wer an einem Meeting teilnimmt, zollt den anderen Respekt, indem die Kamera konsequent angeschaltet und der Ton nach einem ersten Hallo ausgeschaltet wird. Wer die Kamera aus wichtigen Gründen zwischendurch ausschalten muss, hat das Recht dies zu tun, signalisiert aber, ob er es nun will oder nicht, dass das Gegenüber gerade nicht oberste Priorität hat. Wer parallel zu einem Termin E-Mails bearbeitet, sollte wissen, dass die anderen Teilnehmer dies immer, immer, immer mitbekommen. Unsere Wahrnehmung ist zu feinsinnig, um nicht zu spüren, wenn eine Person nicht 100%ig bei der Sache ist. Der eigene Blick sollte deshalb immer auf den Screen gerichtet sein und wie bei professionellen Nachrichtensprechern ab und zu direkt in die Kamera gehen. Insbesondere dann, wenn es sich um wichtige inhaltliche Botschaften handelt.
  1. It’s never too late
    Ja, es stimmt, wir sind alle sehr unvorbereitet in diese coronabedingte Veränderung der Arbeitswelt gestartet, so dass bei vielen nicht alle der oben genannten Punkte sofort erfüllt waren. Aber das ist keine Entschuldigung, in einem semi-professionellen Modus zu verharren. Es ist nie zu spät. Außer man wählt sich kurz vor knapp in ein virtuelles Meeting ein, dann ist es irgendwie immer zu spät.

Foto: Bildagentur PantherMedia/JZhuk